Demonstration in Düsseldorf

Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst

  • Foto: E.Fiegel Auch die DPolG Mitglieder demonstrierten in Düsseldorf (weitere Fotos anklicken)
  • Foto: E.Fiegel Erich Rettinghaus bei seiner Rede vor den Demonstranten
  • Foto: E.Fiegel Die Spitze des dbb nrw an der Spitze des Demonstrationszuges

Bundesweit legten am 9. Februar 2017 erneut weit über 10.000 Mitglieder der dbb-Fachgewerkschaften im Landesdienst im Rahmen von Warnstreiks die Arbeit nieder, um ihrem Unmut über die Verweigerungshaltung der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in den ersten zwei Verhandlungsrunden Luft zu machen.

„Bei über acht Milliarden Euro Haushaltsüberschuss im Jahr 2016 allein für die Länder ist es nur recht und billig, dass die Kolleginnen und Kollegen im Landesdienst heute sagen: Wir wollen unser Stück vom Kuchen!“, rief der dbb Verhandlungsführer Willi Russ am 9. Februar 2017 den 7.000 Landesbeschäftigten vor dem Landtag in Düsseldorf zu. Die zentrale Kundgebung der Gewerkschaften in Nordrhein-Westfalen sende ein starkes Signal der Entschlossenheit an die Arbeitgeber, gerade rechtzeitig vor der anstehenden dritten – und entscheidenden – Verhandlungsrunde in Potsdam, erklärte Russ. „Wir haben die Chance, nächste Woche den Sack zuzumachen und einen tragbaren Kompromiss zu finden. Dafür muss sich die TdL aber noch ein gutes Stück auf die Forderungen der Beschäftigten zubewegen.“ Auf die besondere Bedeutung der Nachwuchsgewinnung für den öffentlichen Dienst wies Andreas Hemsing, stellvertretender Vorsitzender der dbb Bundestarifkommission, in seiner Rede zu Beginn der Demonstration hin: „Auch in NRW wird man den Wettbewerb mit der Privatwirtschaft um qualifizierte Nachwuchskräfte nur erfolgreich bestreiten können, wenn man attraktive Arbeitsbedingungen bietet. Das heißt, Übernahme und Perspektive für die Auszubildenden in angemessen bezahlte Berufe.“ In diesem Zusammenhang knüpfte auch der dbb Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen, Roland Staude, bei der Auftaktkundgebung eine klare Bedingung an eine Tarifeinigung. Staude: „Die Landesbeschäftigten dürfen weder von der allgemeinen Einkommensentwicklung, noch von der bei Bund und Kommunen abgekoppelt werden. Angesichts der demografischen Entwicklung brauchen wir auch beim Land eine wettbewerbsfähige Bezahlung
für Arbeitnehmer und Beamte, sonst laufen uns die ‚besten Köpfe‘ weg aus NRW! Auch darum geht es nächste Woche in Potsdam.“